Umsetzung
von Leistungsfähigkeit und Leistungsmöglichkeit des Führungsteams (Teil II)

Einen schönen guten Abend,

Sinn stiften und Sinn vermitteln. Das ist heute wohl eine der wichtigsten Führungsaufgaben. Wenn Sie einem kleinen Kind Bauklötze auf die eine Seite und Schokolade auf die andere Seite des Tisches legen. Wofür glauben Sie, entscheiden sich die meisten?. Nein, nicht für die Schokolade. Die meisten Kinder entscheiden sich für die Bauklötze. Das liegt daran, dass wir Menschen ein von Grund auf tiefes Bedürfnis nach eigener Entfaltung und Gestaltung haben. Wenn dieses Bedürfnis nicht befriedigt wird, dann fehlt etwas Grundlegendes.

Reflektieren Sie für sich: Was erwarten Sie von Ihren Führungskräften?

Von Führungskräften wird in der Praxis meistens erwartet, dass sie die Entscheidungen aus der Geschäftsleitung entgegennehmen und dann in ihren jeweiligen Bereichen umsetzen. Viel zu wenig wird ihnen die Möglichkeit gegeben, selbstständig Entscheidungen im Sinne des Unternehmens zu treffen und umzusetzen.

Wenn man die Situation näher betrachtet wird oftmals klar, dass Führungskräfte gar nicht in der Lage sind eigenständige Entscheidungen zu treffen. Warum nicht? Weil eine gemeinsam verstandene Vision, Strategie sowie Ziele nicht vorhanden sind.

Überlegen Sie: Haben Ihre Führungskräfte ein gleiches Verständnis der Strategie und der Ziele wie Sie in der Geschäftsführung? Wenn nein, wo liegen dann die Unterschiede und sind diese klar adressiert worden?

Die Umsetzung von Strategien, Veränderungsprogrammen oder ähnlichen Projekten scheitern meistens nicht am Widerstand von Mitarbeitern, sondern an der unzureichenden Konzeption, die für Klarheit sorgt. Widerstand ist lediglich die Folge von Unsicherheit, die eben wieder daraus entsteht, wenn Projekte sofort nach dem Beschluss in die Praxis umgesetzt werden. Wenn vorher kein gemeinsames Verständnis über die Vision und Strategie und das Ergebnis vorhanden ist, wie sollen dann Führungskräfte Entscheidungen im Sinne des Unternehmens treffen können? Und wenn nicht klar ist, was sich wie für welche Führungskräfte und Bereiche ändert, was wegfällt oder hinzukommt, können Sie dann ernsthaft erwarten, dass Ihnen das Führungsteam mit einem enthusiastischem „Hurra“ auf Ihrem Weg von A nach B folgt?

Bei der Umsetzung von Strategien, Veränderungsprogrammen oder Projekten gilt deshalb: Erst grübeln, dann dübeln!

Jetzt mag einzuwenden sein, dass das Vorgehen nach dem Motto: Entscheiden tut der Chef, die Führungskräfte setzen um, bisher immer gut funktioniert hat. Aber trägt diese Art des Vorgehens noch in der Zukunft? Binden Sie so Ihre Fach- und Führungskräfte langfristig an das Unternehmen und erreichen Sie so schneller Ihre Ziele? Ein einzelner, auch wenn es der Chef ist, kann keine Veränderung erzeugen. Das Umfeld ändert sich derzeit so schnell. Wenn alle Informationen und Entscheidungsvorlagen bei einer einzelnen Person zusammenlaufen sollen, dann kann diese Person den Entscheidungsstrom überhaupt nicht mehr bewältigen. Die Folgen in der Praxis sind:

  • Zahllose Initiativen und Projekte anstatt nur zwei oder drei
  • Viele Meetings zum Abstimmen
  • Detailarbeit / Mikromanagement
  • Prüf- und Kontrollstufen
  • Abteilungs- und Silo-Denken
  • Lähmende Bürokratie.

Genauso werden Projektumsetzungen zunichte gemacht.

Forscher von der Harvard Business School haben einen interessanten Versuch über den so genannten IKEA – Effekt durchgeführt. In dem Versuch wurden Personen 5 Euro angeboten, um eine IKEA – Box zusammenzubauen. Anderen Personen wurde der gleiche Betrag angeboten. Diesmal aber nur, um die Box einfach auszupacken und zu überprüfen. Raten Sie mal, wie viel Geld die jeweiligen Personen bereit waren für die Box im Nachhinein als Kunde zu bezahlen? In dem Versuch waren die Personen, die die Box selber zusammenbauten bereit, einen um durchschnittlich 63% höheren Preis zu zahlen als die Personen, die die Box nur auspackten.

Wir alle – egal ob Manager, Führungskräfte oder Mitarbeiter, wollen einen Sinn und schlussendlich auch ein Ergebnis unserer Arbeit sehen. Ist dies nicht der Fall, entsteht langfristig ein Gefühl der Leere. Wenn sich dieses Gefühl bei wichtigen Veränderungsprojekten einstellt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass diese auch im Sande verlaufen. Damit vergibt man eine große Chance, Ideen und Konzepte in die Tat umzusetzen.

Fahren Sie gezielt Erfolge ein und bleiben Sie uns gewogen!
Timo Achenbach
TransportController

P.S.
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Wenn Sie Ihre Führungskräfte weiterbilden möchten, dann ist die Führungskräfte – ERFA Spedition das Richtige. Denn hier treffen sich Führungskräfte aus Spedition und Transport regelmäßig, um ihre Führungspersönlichkeit weiterzuentwickeln und sich über aktuelle speditionellen Themen auszutauschen.