Erfolgsfaktor Weiterbildung: Entscheidend für gute Disponenten

Einen schönen guten Morgen!

Neulich bei einem Workshop: "Meine Disponenten bekommen nicht viele Fortbildungen. Das erhöht nur deren Attraktivität für den Wettbewerb und dann sind sie plötzlich weg," sagte der Geschäftsführer. Die Disponenten also nicht fortbilden damit sie auch im Unternehmen bleiben? Erstaunlicher Gedanke.

Der Disponent wird der Dirigent eines großen Gesamtnetzwerkes sein. So schrieb die DVZ im Februar in einer Sonderbeilage der Zeitung als es um das Thema Digitalisierung ging. Solange Waren physisch bewegt und nicht von A nach B gebeamt werden können, wird der Disponent in einer Spedition oder einem Transportunternehmen seine Daseinsberechtigung haben. 

Es ist nur so, dass das Berufsbild mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit vielen Veränderungen unterliegen wird. Aber inwiefern? 

Es dürfte heute wohl schon klar sein, dass Telematiklösungen und Algorithmen den Alltag eines Disponenten bestimmen werden. Durch die Digitalisierung wird der administrative Aufwand wohl abnehmen. Frachtbriefe, Führerscheine, Versicherungen werden in irgendeiner Form in einer Blockchain sichergestellt werden. Auch die Bearbeitung von Nachfragen wie beispielsweise: „Wo ist meine Ablieferquittung?“ oder „Wann kommt der Lkw?“ wird kurz- oder mittelfristig die Technik übernehmen können. 

Digitale Daten helfen Disponenten, Informationen aufzubereiten und Entscheidungen zu treffen. So wird er mehr Zeit haben. Kann ein Disponent heute 30 bis 40 Fahrzeuge routen, so wird er zukünftig möglicherweise 90 und mehr Fahrzeug routen können oder alternativ Extralösungen, Zeitfenstersteuerungen, ETA- Abweichungen, Reklamationen koordinieren. 

Machen wir uns die Folgen klar: Der Disponent wird zur Schnittstelle zwischen der digitalen Welt und dem operativen Geschäft. Informationen lassen sich viel gezielter bewerten: 

  • Wie ist die Performance des Unternehmers? 
  • Stimmt die Lieferqualität? 
  • Sind die Kunden zufrieden? 
  • Wie rechnet sich der Auftrag? 

Es wird also nicht mehr allein auf das Organisationstalent eines Disponenten ankommen und darauf, bei seiner Arbeit alles dem Effizienzgedanken zu unterwerfen. Vielmehr wird das Kommunikationstalent, kreative Ideen, Entscheidungskompetenz, Sprache und analytisches Verständnis großen Einfluss darauf nehmen, ob ein Disponent weiterhin eine entscheidende Rolle innerhalb der Spedition und damit Ihre Spedition eine entscheidende Rolle in der Logistikkette einnehmen wird. Digitale Prozesse einzuführen ist wichtig und, geschickt eingesetzt, sichern sie Ihnen einen Wettbewerbsvorsprung. Dies jedoch in der Regel lediglich kurz- bis mittelfristig. Denn digitale Prozesse sind kopierbar. Disponenten sind es eben nicht. 

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Die Interaktion zwischen Menschen, viel individueller als bisher auf einen Kunde einzugehen, Sachverhalte zu besprechen, kreative Lösungen zu erörtern und die Umsetzung dann innerhalb der Lieferkette zu koordinieren. Das wird ein großer Teil der Arbeit des Disponenten sein. Warum? Weil genau das nämlich keine Rechner leisten kann. Denn es ist völlig klar: Daten für sich alleine genommen bieten keinerlei Informationen. Es sind die Menschen und es wird Ihr Disponent sein, der die gesammelten Daten deuten und in einen logischen Zusammenhang bringen muss, um Ihren Kunden einen unternehmerischen Mehrwert bieten zu können.  

Und was braucht es dafür und zwar nicht erst zukünftig sondern genau jetzt? Unserer Meinung nach viel Offenheit, sich auf Neues einzulassen. Die Grundeinstellung, Nutzen und Mehrwert für Kunden zu erzeugen und vor allem und als Voraussetzung dafür: darauf ausgerichtete Weiter- und Fortbildung für Ihre DisponentenDie Angst davor, Disponenten „zu gut“ fortzubilden, weil sie ja dann zu attraktiv für andere Unternehmen sind, wird wie ein Bremsklotz für Ihre Unternehmen wirken. Die Vorstellung: Der Disponent soll weiter disponieren. Er erledigt seine Arbeit super und es ist gut so wenn es so bleibt, wird zukünftig die Spedition nicht mehr tragen. 

Der Disponent und seine Vorgesetzten werden es selbst in der Hand habenMit Weiterbildung, Weiterentwicklung und mit daraus entstehendem zukünftigen Wissensvorsprung sowie kreativen Ideen, wird Ihre Spedition weiterhin eine zentrale Rolle in der Logistikkette spielen. 

Das Schöne an der Zukunft ist, dass Sie sie gestalten können. 

Wir freuen uns über Ihr Feedback. Bleiben Sie uns gewogen. 

Herzliche Grüße
Ihre TransportController Roland Stelz und Timo Achenbach